Thomas Gransow
 

Rom und der Vatikan
 

Historisches Zentrum

Piazza di Pietra


Abb. 1: Giovanni Battista Piranesi: Veduta della Dogana di Terra a Piazza di Pietra.
In: Luigi Finacci: Piranesi. The Complete Echings. Köln: Taschen 2002. S. 705.
 
 
 

Text 1

Der Hadrianstempel


Von dem 145 n. Chr. erbauten Tempel ist an der Piazza di Pietra eine in das Börsen-Gebäude einbezogene Seite erhalten. Auf einem etwa 4 m hohen Podium aus Peperin, das man in einem Schacht neben dem sehr viel höher gelegenen modernen Platz sieht, stehen elf weiße Marmorsäulen. Sie gehörten zur rechten Seite des Tempels, dessen Fassade nach Osten gerichtet war. Die Säulen haben eine Höhe von 15 m und einen Durchmesser von 1,44 m. Darüber liegt ein Stück des teilweise modernen Architravs. Die Cella-Mauern aus Peperin waren ursprünglich mit Marmor verkleidet; die Befestigungslöcher der Platten sind noch gut zu erkennen. An den Schmalseiten standen acht und an den Längsseiten fünfzehn Säulen, vor der Fassade an der Ostseite lag eine Treppe. Reste der Cella sind in der Börse erhalten. Sie hatte keine Apsis und war mit einem kassettierten Tonnengewölbe überdacht. Ringsherum standen Pfeiler, deren hohe Sockel mit Reliefs verziert waren, die Personifikationen der römischen Provinzen darstellten. [...] Zwischen den Pfeilersockeln waren Reliefs mit Trophäen angebracht. Welche ideologische Vorstellung diesen Darstellungen zugrunde liegt, ist klar: sie sollten die Politik Hadrians hervorheben, die im Gegensatz zu der Trajans auf die Sicherung des Friedens und die Ordnung des Reichs gerichtet war, das damals auch verwaltungsmäßig seine endgültige Form erhielt.

(Filippo Coarelli: Rom. Ein archäologischer Führer. Freiburg: Herder 1975. S. 264f.)
 


 
 
Zurück zu:  Rom Inhaltsverzeichnis   /   Piazza Colonna
Weiter zu:   Piazza di S. Ignazio