Thomas Gransow
 

Rom und der Vatikan
 

Historisches Zentrum
 

Piazza Colonna



 

Abb. 1: Giovanni Battista Piranesi: Colonna Antonina.
In: Luigi Finacci: Piranesi. The Complete Echings. Köln: Taschen 2002. S. 418.


 



 

Text 1
Palazzo Chigi

A sinistra, la facciata principale del Palazzo Chigi, incominciato nel 1580 per l'avv. Pietro Aldobrandini da Matteo di Città di Castello con la probabile consulenza di Giacomo Della Porta; a partire dal 1616 il cardinale Pietro Aldobrandini ne promosse l'ampliamento e il rifacimento del piano nobile e di quelli sovrastanti su via del Corso; Carlo Maderno inter-venne sul lato prospiciente Montecitorio, e a lui subentrò l'architetto De Pomis; tra il 1623 e il 1630 fu costruito l'angolo sul Corso. Nel 1659 il palazzo passò ai Chigi, che nel 1661 ne iniziarono l'ampliamento, affidato a Felice Della Greca, cui si devono il grande androne porticato che conduce al monumentale scalone su via del Corso e l'altana verso Montecitorio. Acquistato dallo Stato nel 1917, dal 1923 al 1959 fu sede del Ministero de-gli Affari Esteri; dal 1961 è sede della Presidenza del Consiglio dei Ministri.

Le due facciate dei palazzo, serrate agli angoli da robusta bugnatura, sono a tre piani e ammezzato (il 5° piano è stato modificato posteriormente). Nell'interno, bel cortile barocco con stucchi scicenteschi e fontana con grande stemma dei Chigi; scalone d'onore del Della Greca e splendide sale a piano nobile, fra cui il Salone del Mappamondo o della Vittoria; al 2° piano, la settecentesca Sala d'Oro, decorata da Giovanni Stern, con nel soffitto Diana ed Endimione, ovale del Baciccia (1668).

(Alessandro Cruciani (Ed.): Roma e dintorni. 7. edizione. Milano: TCI 1977. S. 164.)
 
 

Text 2
Antoniussäule

Die Piazza di Monte Citorio ist westlich nur durch ein Gebäude von der stattlichen Piazza Colonna getrennt, die ihren Namen der gewaltigen Säule verdankt, welche sich in der Mitte erhebt und zu den bedeutendsten Überresten des alten Rom gehört [...]. Das Äußere des Basamentes derselben, das durch seine plumpe Breite und verhältnismäßige Niedrigkeit den Eindruck des Ganzen sehr benachteiligt, ist nicht antik. Dieses erhob sich vom antiken Boden an, der 4,80 m unter dem modernen liegt, in einer Höhe von 11,60 m. Der untere Teil desselben war ein auf drei Stufen ruhendes dreifach abgestuftes Basament von 5,50 m Höhe, an dessen Ostseite (gegen den Corso hin) die Türe angebracht war, welche zu dem Innern des Denkmals führte. Auf dieser Grundlage, welche sich jetzt un-ter dem modernen Boden befindet, liegt eine ebenfalls quadratische, 1,80 m hohe Platte, welche auf der Ostseite (über der ursprünglichen Türe) mit kränzetragenden Genien, auf den drei anderen Seiten mit Sieges- und Huldigungsszenen in Relief geschmückt war. Darauf ruht das 4,30 m hohe Piedestal, von dessen Auszierung wir jedoch wenig mehr wissen, als daß auf einer Seite das Wort CONSECRATIO, auf der anderen DIVI ANTONINI AVGVSTI PII noch kenntlich war.

Die ganz schmucklose Basenplatte (Plinthus) mißt 0,80 m in der Höhe; der Basenwulst, einen großen mit Bändern umwundenen Lorbeerkranz darstellend, hat einen Durchmesser von 5 m und eine Höhe von 0,65 m. Darauf erhebt sich der marmorne Säulenschaft, 26,60 m hoch, mit 3,96 m unten und 3,74 m oben im Durchmesser. Das dorische Kapitell zeigt die im römisch-dorischen Stil häufige Ornamentik des Eierstabes und mißt mit dem Astragal (Perlenschnur) unterhalb 0,80 m in der Höhe. Unter dem Kapitell ist wie an der Trajansäule noch ein schmaler Gürtel mit einem Ansatz dorischer Kanellierung, welche jedoch nach unten abweichend von der Trajansäule durch einen Leisten etwas hart abgeschlossen wird. Die Kapitellsplatte (Abakos) hat eine Höhe von 0,70 m und eine Seitenlänge von 5,30 m. Die ganze Säule mit Base, Kapitell, Plinth und Abakos mißt daher 29,55 m in der Höhe, 0,23 m weniger als die Trajansäule. Doch da das ursprüngliche Piedestal der ersteren vom antiken Boden an 11,60 m und das der letzteren nur 5,70 m hoch ist, so wird die Trajansäule von jener bei einer Gesamthöhe (mit Ausschluß der Statuenpiedestale) von 41,15 : 35,48 m um 5,67 m überragt, welcher Unterschied jedoch durch die Verschiedenheit des antiken und modernen Niveaus jetzt auf weniger als 1 m sich reduziert. Die Säule selbst besteht aus 28 Stücken, von denen zwei Base und Kapitell bilden. Im Innern derselben führt eine in den Marmor gehauene Wendeltreppe zu der Höhe des Abakos, welche jetzt 190 Stufen zählt, und durch 53 Fensterchen erhellt wird, von denen eines im Piedestale, die übrigen im Schafte angebracht sind. Ursprünglich waren es 8 Stufen mehr, auch enthielt das Piedestal 4 Fensterchen.

Das Relief auf dem Säulenschafte, das sich, wie an der Trajansäule, in zwanzig spiralförmigen Windungen erhebt, stellt die Kriege der Römer mit germanischen Völkerschaften von 167 ? 179 n. Chr., bei welchen außer den Markomannen, die an der Spitze standen, auch noch viele andere germanische und benachbarte Stämme nördlich von der unteren Donau, wie die Hermunduren, Sueven, Quaden, Vandalen, lazygen, Bastarner, Sarmaten, Alanen, Roxolanen und andere beteiligt waren, vor. Die Darstellung beginnt, wie am Relief der Trajansäule, mit Palissaden, Kastellen, Magazinen und Wachen an einem Flusse (Donau). Das römische Heer zieht über eine Schiffsbrücke; der Kaiser hält von dem Lagertribunal (suggestum) aus eine Rede an das Heer. Die Römer, in einer Stadt konzentriert, zerstören bei einem Ausfall die feindlichen Ortschaften: runde Hütten von Holzstämmen, mit einem gewölbten Dache aus Reisern bedeckt. Schleuderer, welche Beinkleider tragen, im übrigen aber nackt sind, werden von den Römern als Bundesgenossen gewonnen. Eine siegreiche Schlacht und darauf Dankopfer des Kaisers. Infolge großer Trockenheit herrscht Wassermangel im römischen Heere, dem viele erliegen: lupiter Plu-vius erscheint endlich mit dem ersehnten Regen, von welchem in Strömen triefend er selbst dargestellt ist, und die Soldaten sammeln gierig die reichliche Flut, sie mit ihren Schilden auffangend. Schon diese Szene, welche mit einem anderwärts erzählten und von den Kirchenväter öfters berührten Ereignisse zusammenfällt, gibt uns außer vielen anderen Momenten einen sichern Beweis, daß unser Relief den Krieg des Kaisers M. Aurelius gegen die Germanen darstellt. Es erzählt nämlich Dio, daß es während der germanischen Kriege den Quaden einmal gelang, die Römer einzuschließen in der Hoffnung, diese durch Hitze und Durst zwingen zu können, die Waffen zu strecken. Als nun bereits die Kräfte der Römer bei den wiederholten Versuchen, sich durchzuhauen, durch den unerträglichen Sonnenbrand zu ermatten begannen, da erschienen plötzlich dunkle Wolken am Himmel und ein schwerer Regen strömte „nicht ohne göttliche Fügung“ auf die Verschmachtenden herab. „Man erzählt auch in der Tat“, fügt Dio hinzu, „daß der ägyptische Magier Arnuphis, der sich in dem Gefolge des Kaisers Marc Aurel befand, unter anderen Göttern auch den Luftgott Hermes angerufen und durch diesen den Regenguß herabbeschworen habe.“ - So weit Dio, doch Xiphilinus, dessen Auszügen wir diesen Teil von Dio Cassius' römischer Geschichte verdanken, setzt, mit Dios entstelltem Berichte höchst unzufrieden, jene bekannte Legende daneben: Der Präfekt der Leibwache habe nämlich in der äußersten Bedrängnis den bestürzten Kaiser aufmerksam gemacht, daß die Gebete der Christen eine außerordentliche Kraft besäßen, und daß man eine ganz aus Christen bestehende Legion auffordern solle, zu ihrem Gotte um Rettung des ganzen Heeres zu flehen. Der Kaiser habe eingewilligt, Gott aber das Gebet erhört, die Feinde niedergeschmettert, die Römer aber mit einem Platzregen erfrischt. Durch dieses Wunder tief be-troffen, habe der Kaiser einen besonderen Erlaß zu Ehren der Christen gegeben. Es ist erklärlich, daß die wunderbar scheinende Rettung von Heiden und Christen einer nach ihrem Standpunkte verschiedenen göttlichen Intervention zugeschrieben wurde, wie auf unserem Denkmal dem lupiter Pluvius, der allerdings hier rein allegorisch gefaßt sein kann.

Die Fortsetzung des Reliefs zeigt nun eine Überschwemmung, welche die Germanen hart bedrängt: ein Teil derselben unterwirft sich mit Weib und Kind dem Kaiser; andere werden in einer großen Schlacht besiegt, ihre Hütten in Brand gesteckt, die Weiber gefangen weggeschleppt und die Männer an das sumpfige Ufer eines Flusses geführt, wo sie um Gnade flehen: zwei Barbarenfürsten werden vor den Kaiser gebracht. Man führt die Beute auf Wagen weg; Marc Aurel erscheint zu Pferde, in Gestalt und Stellung dem Reiterbilde auf dem Kapitol ganz ähnlich. Die Römer gehen auf einer Schiffbrücke über einen Fluß und erringen einen Sieg, wofür der Kaiser ein Dankopfer darbringt und siegen, nachdem sie auf Schiffen über einen zweiten Fluß (die beiden Arme der March?) gesetzt sind, abermals; die Beute wird auf Wagen geladen. Der Kaiser im Gespräch mit Germanen-fürsten begriffen, die neben ihm sitzen, nimmt die Huldigung anderer entgegen. Die noch übrigen Feinde werden in einen Sumpf getrieben, die Wohnungen in Brand gesteckt; unter dem Gedränge der Fliehenden sieht man ein gekröntes Weib, die übrigen Barbaren tragen Mützen von der Gestalt eines abgekürzten Kegels. Nach mehreren Schlachten un-terwerfen sich auch diese, und das römische Heer erstürmt mit dem Schilddach ihre letzte Verschanzung. Victoria, zwischen Trophäen stehend, schreibt den Sieg auf einen Schild. Unter den Trophäen sieht man eine Bärenhaut, Beile, Lanzen, Schilde und die Drachen als Feldzeichen, welche sich auch auf dem dakischen Siegesdenkmal des Trajan finden. - Oberhalb dieser Victoria, welche ungefähr die Mitte des Säulenschaftes einnimmt, beginnt die Darstellung eines zweiten Feldzuges: Dieselben Barbaren erscheinen im Abfall begriffen und greifen die römischen Besatzungen an, Der Kaiser setzt abermals mit einem Heere auf Schiffen über den Strom (Donau); sogleich kommt ihm ein Germanenfürst unterwürfig entgegen, stellt Jungfrauen als Geiseln und läßt die Anstifter des Aufstandes enthaupten. Andere flehen um Gnade, viele erscheinen im Heere eingereiht. Nach einem Reitergefechte werden zwei Fürsten mit mehreren anderen gefangen vor den Kaiser geführt. Gefangene Frauen werden fortgeschleppt und auch die erbeuteten Herden weggetrieben; der Kaiser bringt ein Siegesopfer. Nach einer zweiten Schlacht gehen die Römer über eine Schiffbrücke; neue Beutezüge, darunter Frauen und Kinder. Auf einem von Rindern gezogenen und mit Polstern belegten Wagen sitzen zwei gefangene Fürstinnen, daneben schreiten Jünglinge mit langem lockigen Haar, die Hände auf den Rücken gebunden. Vor einer dritten Schlacht hält der Kaiser eine Anrede an das Heer?, ein neuer Sieg liefert wieder reichliche Beute; Weiber und Kinder werden in den Sümpfen, wohin sie sich auf der Flucht verborgen haben, entdeckt und gefangen. Die Wohnungen und befestigten Plätze der Barbaren werden mit Feuer und Karst zerstört. Das römische Heer zieht wieder über eine Schiffbrücke und eine entscheidende Schlacht zwingt endlich die Feinde zu vollständiger Unterwerfung. Der Zug der Gefangenen und der Beute beschließt das marmorne Kriegsgemälde.

Das Denkmal ist, wie schon erwähnt, ganz der Trajansäule nachgebildet und namentlich die Anordnung des Spitalreliefs ganz gleichartig. Doch die Arbeit desselben zeigt sowohl hinsichtlich der Komposition wie auch der Feinheit der Ausführung eine schon sehr merkliche Kunstabnahme seit Trajans Zeit, die Bewegung wird oft überschwänglich, Kontur und Faltenwurf schwer und hart, auch ist das Profil des Reliefs derber als an dem trajanischen Denkmal, wie denn überhaupt bei fortschreitendem Kunstverfall das in der besten Zeit nur sehr schwach vortretende Relief immer mehr vorspringt, bis sich Arme und Beine vollständig isolieren, wie wir dies schon an den Reitergruppen am Piedestal der Säule des Antoninus Pius und an den Reliefs der Septimius Severus-Säule sehen.
Die Säule selbst wird allerdings seit der ersten Erwähnung immer nur Columna Antonini genannt, und wir haben deshalb außer der allgemeinen Notiz, daß dem Marc Aurel nach seinem Tode Tempel, Säulen, eine Priesterschaft und andere Ehren dekretiert wurden, aus der Überlieferung keinen genaueren Anhaltspunkt. Doch muß festgehalten werden, daß die einfache Bezeichnung der Säule selbst auf jeden der Antonine sich beziehen konnte, und selbst der Beiname Pius, den man angeblich noch auf dem Sockel vor seiner Erneuerung lesen konnte, wurde auch von Marc Aurel angenommen. Doch begann man dies erst zu bedenken, als man die besprochene Säule im Garten der Casa della Missione ausgrub und aus der vollständig erhaltenen Inschrift ihres Sockels sah, daß diese dem Antoninus Pius, dem Vorgänger Marc Aurels geweiht war. Nachdem schon diese Entdeckung in Verbindung mit den Darstellungen auf der Reliefsäule auf andere Gedanken gebracht, gab endlich eine im Jahre 1777 westlich an der Piazza Colonna ausgegrabene Inschrift (jetzt im Inschriftenkorridor des Vatikans) vollständige Gewißheit. Die interessante Doppelinschrift, von welcher das erste verstümmelte Stück das Gesuch des Adrastus, Freigelassenen des Septirnius Severus, des antiken Custoden (procurator) der Säule des Marc Aurel betreffs der Umwandlung seiner Hütte in ein bewohnbares Haus, der zweite Teil aber die Genehmigung seines Wunsches in drei hier in Abschrift vorgetragenen Dekreten enthält, benennt wiederholt die Säule mit dem Namen des Marc Aurel und bezeichnet sie außerdem noch näher als die columna centenaria Divi Marci. In der Tat mißt die Säule mit Base und Kapitell 100 Fuß, was jeden Zweifel vollends beseitigen muß.

Was die Geschichte der Säule betrifft, so ist zu vermuten, daß das Bronzestandbild, welches sie krönte, sich unter dem mehrmals erwähnten Raube befand, den Constans II. nach Syrakus und die Sarazenen nach Alexandrien führten. Im 14. Jahrhundert wurde die Säule vom Blitze getroffen und wahrscheinlich dadurch sehr beschädigt. Im Jahre 1589 ließ sie Sixtus V. wiederherstellen. Seit dieser Restauration steht auf einem zylinderförmigen, oben mehrfach gegliederten Piedestal über dem Kapitell an der Stelle der Kaiserstatue das vergoldete Bronzebild des Apostels Paulus.

Die Säule war vermutlich ähnlich der des Trajan von einer Anlage umgeben, welche indes nie als ein Forum galt. Auf eine solche Hallenanlage könnten vielleicht auch die Reste einer dreifachen Portikus in Backsteinbau bezogen werden, welche man an der Ostseite (Palazzo del Principe di Piombino) fand. Gewisser ist, daß analog der Anordnung am Trajanforum auch vor der Säule des Marc Aurel ein demselben Kaiser geweihter Tempel gestanden sei; doch es haben sich davon nicht nur keine Spuren gefunden, es ist sogar die Lage desselben ganz unbestimmbar.

(Franz Reber: Die Ruinen Roms. Neuausg. auf Grundlage der Erstaufl. 1863. Kettwig: Phaidon 1991. S. 116 - 120.)


 
Abb. 2: Inschrift im Sockel der Antoniussäule

 
Zurück zu:  Rom Inhaltsverzeichnis   /   Piazza di Montecitorio
Weiter zu:   Piazza di Petra