Profiloberstufe

Profilfach: Geschichte

Strukturmerkmale der europäischen Zivilisation -
Die antik-mittelmeerische Kultur: Athen und Rom

Einstieg
Problemaufriss



 
Die Plastik stellt die Tragödie des Priesters Laokoon vor Augen, der die Trojaner vor dem Hölzernen Pferd warnen wollte. Nach zehnjähriger vergeblicher Belagerung der Stadt Troja hatte Odysseus zu einer Kriegslist geraten. Die Griechen täuschten ihren Abzug vor und ließen am Strand als vermeintliche Opfergabe ein riesiges, aus Holz gezimmertes Pferd zurück, in dem sich die kühnsten Helden verborgen hatten. Sie hofften, daß die Trojaner das Pferd in die Stadt brächten. Doch Laokoon, der nicht erkennen wollte, daß die Götter den Untergang Trojas und dessen Wiedergeburt in der neu zu gründenden Stadt Rom beschlossen hatten, stellte sich dem Vorhaben der Trojaner in den Weg. Da mußten die Götter ihn opfern. Athena schickt ihre Schlangen über das Meer. Sie fesseln den Priester und seine ministrierenden Söhne mit den Windungen ihrer glatten Leiber und schlagen dem jüngeren Sohn und dem Vater die Giftzähne ins Fleisch. Die verblendeten Trojaner deuten das furchtbare Schauspiel als Strafe für die Vermessenheit des Priesters, der das Hölzerne Pferd mit der Lanze verletzte. Als der Warner verstummt, reißen sie eine Bresche in die Mauer, bringen das Pferd in die Stadt und machen sich selbst zum Werkzeug des Schicksals. Im Rausch des Befreiungsfestes werden die Trojaner niedergemacht, ihre Stadt wird zerstört, nur einer, Aeneas, folgt dem Willen der Götter, flieht mit den Seinen aus der brennenden Stadt und begründet in Italien das römische Volk: [Romulus und Remus, Nachkommen des Aeneas, gründen die Stadt Rom, in der Troja sich erneuert. 146 v. Chr. wird Griechenland endgültig von den Römer besiegt und als Provinz Achaia dem Römischen Reich einverleibt.]

(Bernd Andreae: Laokoon und die Kunst von Pergamon. Frankfurt a. M.: Fischer 1991. S. 5.)


 
 
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