Dr. Dirk Dähnhardt
Thomas Gransow
 

Prag und der Hradschin
 

2.7.  Die Burgstadt (Hradcany)
 
 

Geschichte



 

Als dritte Prager Stadt wurde um das Jahr 1320 Hradcany (Hradschin) gegründet. Während die übrigen Prager Städte königliche Freistädte waren, unterstand die Stadt Hradcany bis 1598 dem Burggrafen der Prager Burg. Diese Stadtgemeinde nahm anfangs nur den bescheidenen Raum um den Platz Hradcanské námésti ein. Karl IV. erweiterte die Stadt durch den Anschluß von Pohorelec, Strahov und Petrin und befestigte sie mit neuen Stadtmauern. Ein Teil der Stadt wurde 1541 durch den großen Stadtbrand vernichtet. Der zentrale Platz mußte umgestaltet werden, und so entstand vor der Burg eine würdige Anlage, die von imposanten Palästen kirchlicher Institutionen und des Adels gesäumt wurde.

Rudolf II. erhob 1598 Hradcany zur königlichen Freistadt. Gleichzeitig entstand das Armenviertel Nový svét (Neue Welt), das bis zur Gegenwart - trotz zahlreicher Baumaßnahmen im 16. bis 19. Jahr- hundert - seinen Bebauungsgrundriß mit schlichten, einen reizvollen Bautenkomplex bildenden Häuschen bewahrt hat.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurden im Bereich von Hradschin weitere Paläste und Klöster gebaut; es entstanden das Prager Loreto, der Cernin-Palast, das Toskanische Palais, die Johannes-Nepomuk- Kirche, und es wurde das Kloster Strahov baulich vollendet und erweitert.

Das Stadtviertel Hradcany ist heute der kulturhistorisch besterhaltene Stadtteil Prags und bildet zusammen mit der Burg ein einzigartiges Ganzes, in dem die Atmosphäre vergangener Zeiten bis in die Gegenwart bewahrt geblieben ist.

(Ctibor Rybár: Prag. Stadtführer - Informationen - Karten. Prag: Olympia Verlag 1979. S. 199.)
 


 
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