Thomas Gransow
 

Berlin und Potsdam

Pergamonmuseum

Ischtar-Tor
 

Abb. 1
Stadtplan von Babylon

(Großer Historischer Weltatlas. Hrsgg. v. Bayerischen Schulbuch-Verlag. 
I. Teil: Vorgeschichte und Altertum. 6., durchges. Aufl. München: BSV 1978. S. 15.)


Text 1
Stadttopographie

Die Kenntnisse, die heute über Babylon verfügbar sind, beruhen in erster Linie auf den Ausgrabungsergebnissen des deutschen Archäologen Robert Koldewey, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts die 2500 Jahre alten Ruinen Babylons in fünfzehnjähriger Arbeit freilegte.

Der Euphrat, an dessen Ufer sich durch Bewässerungsanlagen fruchtbar gemachtes Ackerland hinzog, teilte die Stadt in zwei unterschiedlich große Teile, die „Altstadt“ im Osten und die „Neustadt“ im Westen, die durch eine Brücke verbunden waren. Die außerhalb des Stadtkerns gelegenen Vororte, von denen zehn in einer Keilinschrift namentlich genannt werden (Lugalgirra-Pforte, Nuchar, Tuba und Litamu sowie der Vorort südlich des Sommerpalastes sind in der Karte eingezeichnet), wurden erst unter Nebukadnezar II. (605 - 562 v. Chr.) durch eine 18 km lange äußere Stadtmauer geschützt.
Eine weitere, äußere Mauer, die zu einem unbekannten (vermutlich späteren) Zeitpunkt angelegt wurde und deren Umfang mit 22 km (Herodot) und 17,3 km (Ktesias) im Quadrat angegeben wird, scheint in späterer Zeit außer dem expandierenden Babylon auch das östlich gelegene Kisch und ein im Norden angelegtes Staubecken des Euphrats, das eine regelmäßige künstliche Bewässerung gewährleistete und die Gefahr von Überschwemmungen herabsetzte, eingeschlossen zu haben. Damit erreichte die Gesamtgröße des ummauerten Babylons vermutlich eine Fläche von ca. 300 qkm, während die mittlere Stadtmauer eine Fläche von 8,9 qkm umschloss. Der Stadtkern dehnte sich auf 3,9 km aus.

Die Befestigungsanlagen des „inneren“ Babylons, die einen Umfang von 8 km erreichten, setzten sich zusammen aus einem Wassergraben und einer 3,30 m breiten Grabenmauer sowie einer Doppelmauer, die aus einer 7,80 m breiten äußeren und einer im Abstand von 12 m errichteten, 7 m breiten inneren Mauer bestand. Die letztere trug insgesamt etwa 360 Wachtürme, die in einem Abstand von 50 m auseinander lagen, wohingegen die äußere Mauer ca. 250 Wachtürme aufwies. Diese Doppelmauer war von acht Toren (neben den in der Karte eingetragenen gab es noch ein südliches Tor zur Neuen Kanalstadt und ein westliches Tor zum Vorort Nuchar) durchbrochen, deren bekanntestes das Ischtar-Tor im Norden der Stadt ist, von dem aus eine 23 m breite Prozessionsstraße zum Stadtmittelpunkt, dem Zikkurat (sog. Turm zu Babel), führte. Die stadtauswärts verlaufenden Straßen verbanden Babylon mit Sippar im Norden, Kutha und Kisch im Westen, Larsa und Nippur im Süden sowie Akusz im Westen.
 
 

Abb. 2: Babylon zur Zeit Nebukadnezars. Rekonstruktionszeichnung

Die schachbrettartige Anlage des innerstädtischen Straßennetzes, die später auch in vielen Hafenstädten des Mittelmeerraumes wiederzufinden ist (z. B. Piräus, Milet, Alexandria), ist auf hygienische und klimatische Gründe zurückzuführen; denn die Parallelstrassen, die sich fast rechtwinklig schnitten, ermöglichten eine optimale Luftzirkulation, weil die Hauptwinde in regelmäßiger Richtung aus Nordosten und Nordwesten wehten, was insbesondere im Sommer (Temperaturen von über 50° C der Stadt erhebliche Kühlung brachte und die Seuchengefahr (Sumpfgelände im Westen) reduzierte. Die im Vergleich zu an deren Völkern sehr strengen Reinigungsvorschriften der Babylonier scheinen diese These zu erhärten.

Die Wohnhäuser bestanden aus drei- bis viergeschossigen festummauerten Komplexen aus mehreren fensterlosen Räumen, deren Wände zum Schutz gegen die sommerliche Hitze bis zu 3 m dick waren. Licht gewährten schulterhohe Türöffnungen, die auf einen Innenhof hinausführten.

Die 23 m breite Prozessionsstraße (Feststraße), die in erster Linie den zahlreichen Festumzügen zu Ehren vielen Götter und weniger dem Verkehr diente, fällt besonders auf (zum Vergleich: Die Hauptstraßen Athens hatten eine breite von 5 m) und lenkt den Blick auf ein weiteres stadttopographisches Hauptelement: den Zikkurat, Turm des Heiligtums von Marduk, dem Stadtgott. Dieser durch die Bibel bekannte Turm hatte eine quadratische Grundfläche von 91,5 m Seitenlänge, auf der sich sechs Geschosse erhoben. Das erste war 33 m, das zweite 18 m und die vier folgenden jeweils 6 m hoch. Auf der letzten Plattform stand das eigentliche 15 m hohe, goldgedeckte Marduk-Heiligtum, so dass die Gesamthöhe des Zikkurats 90 m erreichte. Um den Turm herum gruppierten sich riesige Speicher und Magazine, die von Priestern verwaltet wurden und als sichtbarer Ausdruck der Tempelwirtschaft angesehen werden können. Dieser gewaltige Turm, der das Stadtbild prägte, versinnbildlicht die Herrschaft des Gottes Marduk (vgl. den symbolischen Charakter der Mittelpunktslage der Akropolis im frühen Athen, des Forums im republikanischen Rom oder des Marktes im mittelalterlichen Lübeck), dem alle zu dienen hatten, auch der König, dessen Palast eine Randlage im Norden der Stadt aufweist, obwohl das Königtum sakral überhöht war.

Zwischen dem ausgedehnten Königspalast und dem Zikkurat befanden sich die zu den sieben Weltwundern zählenden „Hängenden Gärten“, die von der griechischen Sage zu Unrecht der babylonischen Königin Semiramis zugeschrieben worden sind, denn die Anlage stammt aus der Zeit Nebukadnezars II. Diese „Hängenden Gärten“ waren eine aus unterirdischen Brunnen künstlich bewässerte Dachgartenkonstruktion, die von einem Kellergewölbe getragen wurde. Sie dokumentieren den hohen Stand der Bewässerungstechnik bei den Babyloniern, denn das paternosterähnliche Schöpfwerk, das eine kontinuierliche Bewässerung ermöglichte, stellte eine für die damalige Zeit ungewöhnlich gut durchkonstruierte Anlage dar.

Gegenüber dem Zikkurat lag der Marduk-Tempel, dessen rechteckiger Grundriß einschließlich der Nebengelasse eine Breite von 450 m und eine Länge von 550 m aufwies (zum Vergleich: Ein heutiges Fußballfeld mißt 70 x 105 m). Neben diesem Haupttempel gab es in Babylon 52 weitere Tempel, 955 Kapellen und 372 Altäre - architektonischer Ausdruck der Vielgötterei.

Der Hafen der Stadt befand sich - der Stadtmauer vorgelagert - direkt am Euphratufer. Hier landeten die armenischen Kufas, kreisrunde, fellbespannte Boote, an. Die Schiffer versteigerten, nachdem sie ihre Ladung gelöscht und verkauft hatten, das hölzerne Schiffsgestell und luden die verbleibenden Felle auf einen Esel, den sie im Boot mitgebracht hatten und der sie nun in ihre Heimat zurückbrachte, denn wegen der starken Strömung des Euphrats war es diesen Booten nicht möglich, flussaufwärts zu fahren. In Babylon landeten auch die größeren Schiffe an, die über den Persischen Golf die Handelsbeziehungen zu anderen Ländern aufrechterhielten. Insofern kam Babylon eine wichtige Funktion als Umschlagplatz zu.

(Thomas Gransow)
 
 

Text 2
Das polisch-soziale System

Die Masse der Bevölkerung spielte überhaupt keine politische Rolle. Wir hören nichts von Volkserhebungen oder Revolutionen mit dem Ziel, ein Recht auf Anteil an der Regierung zu gewinnen. Das Volk dachte überhaupt nicht an die Möglichkeit eines andern politischen oder sozialen Systems als dessen, das der Gang der Jahrhunderte gestaltet hatte. Für die Untertanen war die Macht des Gottes und des Königs nicht ein Gegenstand der Erörterung, sondern ein Glaubenssatz. Der Regierung, d. h. der Gottheit und dem König, stand das volle und uneingeschränkte Recht auf Verfügung über Person, Arbeit und Eigentum m des Untertanen zu. Sie konnte von ihm militärische Dienstleistung fordern, wie es ihr beliebte. Für den Anbau des Landes, das dem König und der Gottheit gehörte, die Anlage von Kanälen und Dämmen, den Bau von Straßen, die Beförderung von Menschen und Gütern, die von der Regierung angefordert wurden, hatte der Untertan seine Zeit und seine Arbeit ohne Murren zur Verfügung zu stellen, dazu auch die Arbeit der in seinem Besitz befindlichen Tiere. Schließlich war der Untertan auch verpflichtet, einen Teil seines Arbeitsertrags an die Regierung abführen: der Hof war zu erhalten, der Gottesdienst war zu vollziehen, neue Tempel oder Paläste oder Konigsgräber waren zu erbauen, militärische Ausgaben waren zu bestreiten. Wenn den zur Zwangsarbeit herangezogenen Leuten die Arbeit zu schwer oder die Nahrung nicht zureichend war, so war das einzige Mittel des Protests die Arbeitsniederlegung. Aber darin war keinerlei Keim eines politischen Protests enthalten. [...]

Der König, die Tempel und die oberen Klassen waren Herren des Bodens. Er wurde von Leibeigenen bebaut, die an den Boden, den sie bestellten, und den Ort, wo sie lebten, gebunden und außerdem gezwungen waren, nicht nur einen Teil der Erzeugnisse an die Regierung und den Grundeigentümer abzuführen, sondern auch an öffentlichen Arbeiten für Bewässerung, Straßen, Brücken, Tempel und Paläste teilzunehmen; sie hatten auch für das Verkehrswesen zu sorgen. In der Industrie beobachten wir dieselben Verhältnisse. Die Werkstätten gehörten dem König, den Tempeln und einer Gruppe reicher Kaufleute; die Handwerker waren entweder Leibeigene oder Sklaven. Die Industrie stand mit den großen Gütern in enger Verbindung und kam unter dieselbe Leitung. Der Groß? und Kleinhandel war in höherem Maße vom König, von den Tempeln und den Großgrundbesitzern unabhängig; aber der Händler hatte, falls er nicht für eine dieser Mächte tätig war, vielerlei Steuern zu bezahlen.

Der Ackerbau war die Grundlage des wirtschaftlichen Lebens. Industrie und Handel konzentrierten sich um die Tempel und den Palast. Die herrschende Aristokratie, die königliche Leibgarde, die Kaufleute und Handwerker lebten in enger Nachbarschaft mit dem König und dem Gott und verwandelten die Niederlassung um den Tempel und Palast in eine von Mauern geschützte Stadt. Diese vom Gott und dem König beherrschten Stadtstaaten waren überall im Osten und besonders in Vorderasien die Keimzellen des politischen Lebens. In der Stadt entstand eine gewisse Einheit zwischen Leuten von gleichem Beruf und sozialem Rang, so den Angehörigen der königlichen Leibgarde, den Beamten, Priestern, Handwerkern und Kaufleuten. Diese konnten eine Art Körperschaft bilden, meist auf religiöser Grundlage. [...]

Die Oberhoheit über die Stadt bleibt dem König; nach Belieben kann er bestehende Rechte ausdehnen oder erhalten; er kann neuen Städten Selbstregierung gewähren oder sie denen nehmen, die sie bisher besaßen. Vom Standpunkt der Regierung aus ist eine Stadt der Mittelpunkt eines bestimmten Gebietes und der Sitz der Regierungsgewalt; irgendwelche Sonderrechte, die sich in ihr im Laufe der Geschichte herausgebildet haben, sind für den König nicht bindend. Das ist der grundlegende Unterschied, der die orientalischen Reiche von den hellenistischen Monarchien und dem römischen Reiche trennt. Im Orient gab es keine von der Stadtbevölkerung aufrechterhaltene Überlieferung der Selbstregierung. Der König von Assyrien oder Persien war der Erbe nicht der souveränen Macht des Volks, das eine bestimmte Stadt bewohnt, sondern seiner Vorgänger, die gleich ihm Gottkönige waren.

Im Orient war die Regierung mit dem König gleichbedeutend. Er war Ursprung und Mittelpunkt der Gewalt. Die gesetzgebende, richtende und ausführende Gewalt war in seiner Hand vereinigt. Er konnte sich selber durch die Gesetze binden, die er, von der Gottheit inspiriert, erlassen hatte; aber es stand ihm frei, diese Gesetze zu verändern und sie auszulegen, wie es ihm gefiel. Einen Teil seiner Gewalt konnte er auf andere übertragen; aber deren Gewalt eignete dem König als ihrem Ursprung, und seine Beamten handelten ausschließlich in seinem Namen.

(Michael Rostovtzeff: Geschichte der alten Welt. Der Orient und Griechenland. Basel: Schibli?Doppler o. J. S. 152 ? 156.)
 
 

Text 3
Der Reisebericht des Herodot

Sie liegt in einer großen Ebene; jede ihrer Frontseiten misst einhundertzwanzig Stadien, und sie bildet ein Quadrat. Der Stadtumfang beträgt mithin insgesamt vierhundertund-achtzig Stadien. So beträchtlich also ist die Größe der Stadt Babylon; gebaut aber war sie wie keine andere Stadt von denen, die wir kennen. Erstens umfließt sie ein tiefer und breiter Graben voll Wasser, und dann gibt es da eine Mauer von fünfzig Königsellen Breite und zweihundert Ellen Höhe; die Königselle aber ist drei Fingerbreiten größer als die gewöhnliche.

Ich muss nun hier noch sagen, wozu die Erde aus dem Graben verwendet wurde und wie die Mauer erbaut worden ist. Gleich beim Ausschachten des Grabens strichen sie Ziegel von der aus dem Graben gebrachten Erde und brannten, wenn sie genug Ziegel gestrichen hatten, diese in Öfen; indem sie sodann als Bindemittel heißes Erdharz gebrauchten und immer nach einem Zwischenraum von je dreißig Ziegelschichten eine Lage von Rohrgeflecht dazwischenstopften, bauten sie auf dieselbe Weise zuerst die Ränder des Grabens und dann die Mauer selbst. Oben auf der Mauer, auf ihrem Rand, errichteten sie einstöckige Bauten, die gegeneinander gerichtet waren; die Mitte aber zwischen den Bauten ließen sie als Bahn für Viergespanne. Ringsherum in der Mauer gibt es hundert Tore, alle aus Erz, und Pfosten und Schwellen über den Toren ebenfalls aus Erz. [...] 

Mit der Mauer war, nun Babylon in der angegebenen Weise umbaut worden; es gibt aber zwei Teile der Stadt. Denn in der Mitte trennt sie ein Fluss namens Euphrat; er kommt aus Armenien, ist groß, tief und reißend und mündet in das Rote Meer. Die Mauer nun ist auf beiden Ufern mit vorspringenden Teilen bis an den Strom geführt. Von hier an aber erstreckt sich an beiden Flussufern entlang ein Mauerwall aus gebrannten Ziegeln. Die Stadt selbst, die zahlreiche drei- bis vierstöckige Häuser aufweist, wird von geraden Straßen durchschnitten, sowohl anderen als auch solchen, die in Querrichtung zum Fluss führen. Am Ende jeder Straße nun lagen in der am Fluss entlang führenden Mauer Pforten, und zwar so viele, wie es Straßen waren. Auch diese Pforten waren aus Erz und führten gleichfalls zum Fluss.

Diese Mauer nun ist gleichsam ein Panzer der Stadt; eine zweite Mauer aber läuft auf der Innenseite herum und ist nicht viel schwächer als die andere Mauer, aber doch etwas schmäler. In jedem der beiden Stadtteile war in der Mitte ein Bauwerk errichtet, in dem einen das Königsschloss mit einer großen, festen Ummauerung, in dem anderen ein Tempel des Zeus Belos mit bronzenen Toren; dieser stand noch bis auf meine Zeit, ein Viereck, von dem jede Seite zwei Stadien groß ist. In der Mitte des Tempelbezirks ist ein fester Turm erbaut, je ein Stadion lang, und breit; auf diesen Turm ist ein anderer gebaut, auf den zweiten ein dritter und so fort, bis es acht Türme sind. Ein Aufgang zu ihnen läuft außen, rings um alle Türme herumführend, hinauf. Wenn man etwa in der Mitte des Aufganges ist, findet man einen Platz mit Sitzen zum Ausruhen, auf denen die Hinaufsteigenden sich niedersetzen und sich erholen. Auf dem letzten Turm befindet sich ein großer Tempel; in dem Heiligtum steht ein großes, mit einer schönen Decke bereitetes Lager und neben ihm ein goldener Tisch. Aber kein Götterbild ist darin aufgerichtet, und kein Mensch bringt eine Nacht darin zu, außer eine von den Frauen des Landes, die sich der Gott unter allen erwählt, wie die Chaldaier sagen, die die Priester dieses Gottes sind.  

(Herodot: Historien, 1, 178 - 181.)
 
 

Text 4
Städtisches Leben

Auf den Straßen und Plätzen zwischen den Tempeln, Kapellen und Altären blühte das Geschäft, florierte der Händel. Feierliche Prozessionen, hochbeladene Karawanen, Händlerkarren, Priester, Pilger, Kaufleute wogten bunt und lärmend durcheinander. Kultdienst und Geschäft berührten sich im babylonischen Alltag so nahe, daß sie sich oft ineinander verzahnten wie in den Tempeln. Was hätten die Priester mit all den Opfern, all den „Zehnten“, die täglich auf die Altäre wanderten und wovon vieles leicht verderblich war, auch anderes tun sollen, als sie möglichst rasch zu Geld zu machen. Wie in Ur, verfügten die Tempelverwaltungen auch in Babel über eigene Magazine, eigene Verkaufslager, Um die Einnahmen gewinnbringend anzulegen, betrieben sie sogar eigene Banken. 

Vor den Doppelmauern, die so breit waren, „daß ein Viergespann herumfahren kann“, lagen die „Handelskammern“. Am Flußufer wurden die Preise fixiert, die Tauschwerte der zu Schiff eintreffenden Güter festgesetzt. „Karum“, „Kai“ hieß auf babylonisch der Platz, den wir Börse nennen. Mit dem Kai, mit der Börse übernahm das Abendland auch die Maß? und Gewichtssysteme der Handelszentrale Babel!

(Werner Keller: Und die Bibel hat doch recht. Reinbek: Rowohlt 1966. S. 256f.)


 
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