Arbeitstechniken

Informationsbearbeitung


 

Zitieren

Um beschreibende und deutende Aussagen plausibel und für andere überprüfbar zu machen, müssen sie am Text belegt werden. Dies geschieht sehr häufig durch Zitieren. Zitate sind also wörtliche Übernahmen aus dem Text, die die eigene Darstellung, Interpretation oder Argumentation untermauern, begründen bzw. ergänzen oder als Beispiele für eine Meinung gelten sollen, mit der man sich auseinandersetzen will. Zitate haben also Hilfsfunktion: Sie sollen

  • zweckmäßig ausgewählt,
  • im Umfang begrenzt,
  • in den umgebenden Text integriert,
  • genau 
sein.

Anwendungsregeln

  1. Zitate werden wie die direkte Rede durch Anführungszeichen kenntlich gemacht. Alles, was in einem Zitat steht, muß wörtlich aus dem Text übernommen sein. Zitate, die nicht aus ganzen Sätzen bestehen, dürfen nicht unverbunden stehen bleiben, sondern müssen in einen grammatisch vollständigen Satz eingebaut wer- den.
  2. Auslassungen sind beim Zitieren erlaubt, sofern sie den Sinn nicht verändern; sie werden durch drei in eckige Klammern gesetzte Punkte [...] gekennzeichnet.
  3. Häufig möchte man ein Zitat in die eigenen Satzkonstruktion einbauen; in diesem Fall gilt: Man darf Zitate auch in ihrer Syntax verändern, d. h. Umstellungen oder auch Deklinationen bzw. Konjugationen vornehmen. Alle vorgenommenen Veränderungen müssen jedoch in eckige Klammern gesetzt werden.
  4. Es gibt auch die Möglichkeit, innerhalb der eigenen Darstellung ein Zitat in runde Klammern zu setzen. Diese Verfahren ist nur dann sinnvoll, wenn man lediglich einen bestimmten Begriff oder einen sehr kurzen Teil ei- ner Aussage zitieren will, weil umfangreiche in runde Klammern gesetzte Zitate den Lesefluß stören.
  5. Zitate müssen nachgewiesen werden. Zitiert man nur aus einem Text, so stellt man die entsprechende Seiten- zahl und ggf. die Zeilenangabe in runde Klammern ohne weitere Zusätze direkt hinter das Zitat. Verwendet man mehrere Texte, aus denen man (z. B. in einem Referat) zitiert, so fügt man den Verfassernamen hinzu und stellt ihn vor die Seitenangabe. (Zur vollständigen bibliographischen Angabe vgl. Arbeitstechniken: Biblio- graphieren!)
  6. Wird nicht wörtlich aus dem Text zitiert, sondern mit eigenen Worten auf ihn verwiesen,  so wird der Seiten- zahl ,,vgl.'' (für ,,vergleiche'') vorangestellt. 
  7. Für literarische Texte gilt: Bei Nachweisen aus einem erzählerischen Text wird die entsprechende Seitenzahl angegeben; bei dramatischen Texten Akt (als römische Ziffer) und Szene (als arabische Ziffer), z. B. III,7 (das Zitat befindet sich in der siebten Szene des dritten Aktes); bei lyrischen Texten der entsprechende Vers, z. b. V. 12f. (das Zitat befindet sich im zwölften und dem folgenden, dreizehnten Vers).
  8. Bei umfangreicheren Arbeiten, in denen aus zahlreichen Texten zitiert wird, werden die Zitate numeriert und die Nachweise unter der entsprechenden Nummer als Fußnoten auf der Seite vermerkt. 


Beispiele

  1. Rasmussen behauptet, daß England im frühen Mittelalter ,,[...] eine beachtliche Anziehungskraft für die verschiedenen Stämme des Kontinents'' (S. 5) gehabt habe.
  2. Die Ursache für diese Anziehungskraft sieht er im ,,überraschend milde[n] Klima" (S. 5) der Insel.
  3. Mit der 1534 erfolgten Gründung der anglikanischen Staatskirche (,,Suprematsakte") wurden die Klöster aufgehoben und der kirchliche Grundbesitz säkularisiert (vgl. Mendelssohn, S. 7f.).
  4. Mendelssohn behauptet, daß das mittelalterliche London ,,[...] auf engstem Raum [...] die Struktur eines geschlossenen städtischen Organismus [besaß]." (S. 6)
  5. Das heutige London ist aus den beiden Orten London und Westminster enstanden (vgl. Rasmussen, S. 5f.; Mendelssohn, S. 6f.). 

 
Zurück zu Arbeitstechniken