Arbeitstechniken
 

Informationsbearbeitung



 
 

Texte erfassen:
Techniken des verarbeitenden Lesens

Ein erster Schritt zum Verstehen auch schwieriger und anspruchsvoller Texte ist das intensive Lesen. Während der erste Lesedurchgang, bei dem der Text insgesamt nur überflogen wird, dem Überblick und Grundverständnis dient, erleichtern verschiedene Techniken des verarbeitenden Lesens in einem zweiten, intensiven, sinnerschließenden Lesedurchgang die systematische Durchdringung eines Textes. Mit Hilfe verschiedenartiger (und verschiedenfarbiger) Markierungen (Unterstreichungen, Zeichen, Siglen, Randbemerkungen) wird der Text optisch erschlossen und gegliedert. Die nach- folgende Liste von Markierungen ist ein Vorschlag, der individuell abgewandelt werden kann. Wichtig ist nur, daß das gewählte Instrumentarium konsequent und systematisch angewendet wird.

  1. Unterstreichen
Unterstreichen heißt reduzieren. Es ist deshalb sinnvoll, nur Schlüsselbegriffe (Einzelwörter oder aus mehreren Einzelwörtern bestehende Ausdrücke), nicht aber ganze Sätze zu unterstreichen. 
 
  1. Zeichen 
Durch Zeichen am Rand des Textes können auch über mehrere Zeilen reichende Textstellen markiert werden.

|   senkrechter Strich für wichtige Textstellen (Kernaussage, These, Argumente)

    Schlangenlinie für zweifelhafte Aussagen

?   Fragezeichen für unklare Aussagen

!   Ausrufezeichen für Aussagen, in denen die Intention des Verfassers besonders deutlich wird

III (römische) Ziffern für Textabschnitte
 

  1. Siglen
Siglen sind festgelegte Abkürzungen am Rand des Textes, die markierte Textstellen erläutern.

T = These

Ag = Argument (ggf. numerieren!)

Def = Definition

Ab = Absicht, Intention

Bsp = Beispiel

Zit = Zitat

usw.
 

  1. Randbemerkungen
Mit Randbemerkungen kann man auf andere Textstellen (und andere Texte) verweisen, das Gelesene bewerten, eine Gegenposition beziehen usw. 

vgl. Z. 5! = verweist auf Zeile 5 des Textes (auf "vgl." kann aus Platzgründen verzichtet werden)

vgl. dagegen Hug, Z. 7f. = verweist auf Zeile 7 und die folgende eines anderen Textes (von Hug)
und deutet eine Gegenposition an

widersprüchl. = verweist auf die Widersprüchlichkeit der markierten Textstelle

usw.
 

Wichtig!

Nicht beim ersten Lesedurchgang markieren! Man neigt leicht dazu, neue Informationen grundsätzlich als wichtig anzusehen. Die Textmarkierungen werden sich in der Regel nach der Aufgabenstellung (z. B. bei Klausuren) richten. Sind keine gezielten Aufgaben zur Untersuchung des Textes vorhanden, sollte man sich nach allgemeinen Leitfragen richten.


 
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