Arbeitstechniken

Informationsweitergabe
 

Referieren
(Mündlicher Kurzreferat)



 

Ein Referat ist ein anhand eines Stichwortkonzepts frei gehaltener und durch Medien gestützter Sachvortrag, der nicht länger als 15 Minuten dauern sollte. Die Zuhörer erhalten in der Regel ein sog. Thesenpapier, das auch durch ein vorbereitetes Tafelbild ersetzt werden kann.
 
 

Regeln

1.   lnformationsbeschaffung

1.1. Überblicksinformation im Schulbuch, Lexikon, Fachbuch

1.2. Bücherei (auch Schülerbücherei), Schlagwortkatalog nutzen

1.3. Bücher durch Lektüre des Inhaltsverzeichnisses und des Registers auf ihre Brauchbarkeit überprüfen

1.4. Rücksprache mit dem Lehrer, ob die Informationsquellen genügen oder ob eine Beschränkung  sinnvoll ist
 

2.  Informationsverarbeitung

2.1. Genaue Informationen exzerpieren (wer, wo, wie, was, wann, warum)

2.2.  Immer überprüfen, ob die Informationen auch zum Thema gehören

2.3.  Informationen im Zettelkasten nach Gesichtspunkten geordnet sammeln und mit bibliographischen Angaben versehen 

2.4. Eine Gliederung des Referats anfertigen (chronologische Abfolge in einzelne Phasen unterteilt -  Anordnung nach Sachgesichtspunkten - Unterteilung nach Ursachen/Anlaß/Folgen)

2.5. Überprüfen der gesammelten Informationen (Wo ergänzen sie sich? - Wo unter-scheiden sie sich? - Gibt es Widersprüche?)

2.6. Gegebenenfalls muß die „richtige“ Information ermittelt werden (Ist die Vorlage einseitig? Bewertet sie? Ist die Informationsquelle veraltet? Ist die Information quellenmäßig abgesichert?  Gibt es eine Spezialuntersuchung zum Sachverhalt?)

2.7. Erneute Gliederung im Hinblick auf die Hörer und Auswahl der den Zuhörern zu gebenden Informationen
 

3. Vorbereitung eines Stichwortkonzepts

3.1. Nicht mehr als einen DIN-A4-Bogen verwenden

3.2. Zunächst Thema und benutzte Literatur notieren

3.3. Einen breiten linken Rand für Gliederungspunkte und „Regieanweisungen“ lassen

3.4. Informationen in Stichworten neben die Gliederungspunkte schreiben (also Namen, Daten, Nominalisierungen, Infinitive)

3.5. Nur wichtige Zitate mit Quellennachweis notieren 

3.6. Besonders wichtige Informationen auf dem Stichwortzettel farbig markieren

3.7. Geeignete Medien (Karte, Bild und Statistik auf Overhead-Folie, Dia, Thesenpapier und Wandtafel) berücksichtigen
 

4. Vortrag des Kurzreferates

4.1. Probevortrag (vor Eltern, Geschwistern, evtl. auf Kassettenrecorder): Welche Formulierungsschwierigkeiten gibt es?  Reicht die festgelegte Zeit?

4.2. Zunächst Thema und benutzte Literatur nennen und einen Oberblick über den Aufbau des Referats geben

4.3. Vor den einzelnen Informationen immer den jeweiligen Gliederungsgesichtspunkt nennen, um dem Hörer die Informationsaufnahme zu erleichtern

4.4. Während eines jeden Gliederungsgesichtspunktes wenigstens einmal Blickkontakt zu den Hörern herstellen, möglichst frei sprechen

4.5. Alle Fremdwörter und Fachbegriffe, die der Referent vorher nicht kannte und die wichtig sind, erläutern (ggf. vorher an die Tafel schreiben)

4.6. Informationslücken oder ungeklärte Sachverhalte den Mitschülern bekanntgeben

4.7. Kurze Sätze beim Vortrag benutzen; Verlegenheitsfloskeln bei Redepausen (,äh') lenken die Zuhörer ab

4.8. Besonders wichtige Informationen durch Wiederholungen oder Ankündigungen hervorheben, Zwischenergebnisse nennen

4.9. Am Schluß die Ergebnisse zusammenfassen

4.10. Ein Tafelbild/Thesenpapier vorbereiten

4.11. Den Lehrer rechtzeitig informieren, wenn der Termin nicht eingehalten werden kann

(Thomas Gransow u. a.: Schülereferate im Geschichtsunterricht. In: GWU 35 (1984) 9. S. 586 - 600.)
 


 
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